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Westfälische Nachrichten vom 16. Juli 2019
Westfälische Nachrichten vom 16. Juli 2019

 

Und hier ein kurzer Überblick:

Das Programm musste geringfügig geändert werden, da die Referentin Simone Kahlow aus Berlin mit ihrem Vortrag „Wird einer aussätzig […] verweist man ihn der Stadt – Leprose in archäologischen Quellen nördlich der Alpen“ ausfiel. Dafür sprang Herr Henning von der GfL Münster ein. Alle anderen Programmpunkte fanden statt.

 

Klaus Henning (Gesellschaft für Leprakunde e.V.)

Er gab einen Überblick über die Arbeit an der Datenbank zur Erfassung der Leprosorien in Deutschland. Von den Anfängen im Jahre 1986 bis hin zur heutigen Präsentation im Internet spannte sich der Bogen der Darstellung.

 

Mathias Schmidt (Institut für Geschichte, Theorie & Ethik der Medizin Universitätsklinikum Aachen)

Schmidt hielt einen Vortrag über den Pathologen Walter Büngeler, der sich als internationaler Lepraforscher einen Namen gemacht hat. Beleuchtet wurde hier vor allem sein Verhältnis zum Nationalsozialismus. Der Vortragende und sein Co-Autor Dominik Groß sehen noch großen Forschungsbedarf, um diesem Forscher und Menschen in seiner Zeit näher zu kommen.

 

Jürgen Belker-van den Heuvel (DAHW)

sprach zum Thema „Das ehemalige Leprosorium der Stadt Borken. Aktuelle Möglichkeiten der Erinnerungsarbeit.“. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Kommunen wie z.B. Oelde, Havixbeck, Lengerich aber auch Balingen und Kiel wurden bereits auf Anregung der DAHW Siecheneichen und / oder Stelen an ehemaligen Standorten von Leprosorien platziert, um diesen Teil der Geschichte in Erinnerung zu behalten. Das nächste Projekt wird in Borken sein.

 

Janina Sieber (Heidelberg):

Es wurde ein Projekt der Förderrichtlinie „Kleine Fächer – große Potenziale“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung vorgestellt. Es sollen eine  kritische Edition, eine deutsche Übersetzung und eine inhaltliche Kommentierung des altgriechischen und altkirchenslavischen Texts „De lepra“ des frühchristlichen Kirchenvaters Methodios von Olympos aus dem 4. Jahrhundert erarbeitet werden. Methodios von Olympos war als Bischof in Lykien (heute Südtürkei) tätig. Er wurde vermutlich 311 im Zuge der letzten Christenverfolgung hingerichtet.

 

Petra Jahnke (Münster)

Führung über den ehemaligen Leprosenhof und durch das Lepramuseum.

 

Verleihung des Hans-Richard-Winz-Preises 2019 (siehe auch Zeitungsartikel der WN oben)

Der Höhepunkt war in diesem Jahr die Verleihung des Hans-Richard-Winz-Preises 2019 für die beste wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der Leprageschichte. Preisträger sind Andreas Prescher und Paul Wagner für ihr Werk: Aachen, Melaten - Der Friedhof des mittelalterlichen Leprosoriums an der Via Regia (Rheinische Ausgrabungen 73), Darmstadt 2016“. Die Laudatio hielt der Vorsitzende des Beirates der Gesellschaft für Leprakunde e.V. Prof. Dr. med. Axel Karenberg.

 

Klaus Henning (GfL)


 

Samstag, 13. Juli 2019, findet wieder die jährliche Kinderhauser Tagung zur Geschichte und Rezeption der Lepra statt. Die Gesell-schaft für Leprakunde e.V. kann nun zum zehnten Mal und in ununterbrochener Folge zu dieser Tagung einladen.

 

Ein besonderer Höhepunkt ist in diesem Jahr die Verleihung des Hans-Richard-Winz-Preises 2019 (Foto des Namensgebers siehe links) für die beste wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der Leprageschichte. Preisträger sind Andreas Prescher und Paul Wagner für ihr Werk:

 

Aachen, Melaten.

Der Friedhof des mittelalterlichen Leprosoriums an der Via Regia (Rheinische Ausgrabungen 73),

Darmstadt 2016.

 

Der Hans-Richard-Winz-Preis wird seit 2004 im fünfjährigen Turnus verliehen. Das Programm der Tagung ist hier abrufbar. Gäste sind willkommen. Um Anmeldung wird gebeten.

 

Ort: Kinderhaus 15, 48159 Münster, erster Eingang, Obergeschoss.

 


Karte: © OpenStreetMap-GfL
Karte: © OpenStreetMap-GfL

In Beckum stieß ich gleich dreimal auf Namen im öffentlichen Raum, die etwas mit Siechen zu tun haben.

Da wäre zunächst die Straße Am Siechenbach (im Bild oben links), die parallel zur Bahnlinie verläuft. 

Der Siechenhausweg ist ganz rechts auf der Karte zu sehen. Er führte an der ehemaligen Beckumer Leprosenanstalt vorbei, die 1487 erstmals erwähnt wurde. Von dieser Anlage ist nur die St. Quirinus-Kapelle (Kreuz unten rechts) erhalten. Sie wurde 1523 geweiht und wird nach wie vor für Gottesdienste genutzt.

Der dritte Name bezieht sich auf ein Flüsschen, das in unmittelbarer Nähe beider Straßen parallel zur Bahnlinie verläuft: der Siechenbach. Dieses Gewässer ist eines der drei wichtigsten Bachläufe, die die Werse in Beckum bilden.

Die Bildergalerie gibt einen Eindruck vom heutigen Standort.

Ein Datenblatt über das Leprosorium in Beckum ist in Vorbereitung.

Autor und Bilder: Klaus Henning, GfL 


Der Grafiker Christoph Sandkötter (Münster-Wolbeck) hat im letzten Jahr im Auftrag der Gesellschaft für Leprakunde e.V. Entwürfe für ein Logo erstellt. Nach Diskussionen im Vorstand, Einwänden, Anpassungen und geänderten Entwürfen konnte auf der diesjährigen Mitgliederversammlung im April das neue Logo vorgestellt werden. Der Grafiker war anwesend und stellte es vor. Er gab einige Erklärungen zu der Entstehungsgeschichte und zum Logo selbst.


Wie aus dem Nichts tauchten sie im Januar vor den Schrifttafeln des Lazarushäuschens auf und verschwan-den nach ein paar Tagen auch wieder: ein Hirte, zwei Schafe und ein Hund.

 

Links ist das gesamte Ensemble dargestellt und unten sind Nahaufnahmen dieser witzigen Figuren zu sehen.

 

In ganz Münster tauchen diese putzigen Zeitgenossen passend zum jeweiligen Ausstellungsort von Zeit zu Zeit auf.

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos: Horst Jahnke




Ein SOS aus der Zukunft erreicht das Münsterland, da es den Menschen an Kulturgütern fehlt. Wissenschaftler finden die ersehnte kulturelle Vielfalt in der Vergangenheit – bei uns. Eine Dosis digitalisierter Kultur unserer Zeit soll in die Zukunft gesendet werden. Heute wählen wir aus, was in der Zukunft interessant sein soll. Vorbereitet wird das Regionalprojekt vom Kulturbüro Münsterland e.V. (früher Grünes Band). Das Lieblingsobjekt eines jeden Museums wird  mit Hilfe eines 3D-Scanners digitalisiert. Alle gesammelten Objekte wandern 2019 als digitale Ausstellung durch das ganze Münsterland.

 

Beteiligt an dem Projekt sind Museen und Ausstellungshäuser im Münsterland. Aus Münster beteiligen sich sieben Museen: das Archäologische Museum, das Geomuseum, das Lepramuseum, das LWL-Naturkunde-museum, der Mühlenhof und die Villa ten Hompel.

 

Mehr zum Projekt und zu der Geschichte dahinter finden Sie unter: www.apokalypse-muensterland.de 

 

Besucher des Museums wählten die Lepra-Puppe als markantes Exponat für das Projekt aus. Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem Zeitungsartikel der WESTFÄLISCHEN NACHRICHTEN vom 21. Dezember 2018.

 

 

Hier geht´s zum Artikel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto Klaus Henning


07. September 2019 (Samstag)

Nacht der Museen: 16 bis 24 Uhr


08. September 2019 (Sonntag)

Tag des offenen Denkmals: 11 bis 18 Uhr