Liebe Besucher . . . . . . . . .

 

Seit mehr als 30 Jahren steht das Lepramuseum in Kinderhaus interessierten Besuchern nun schon offen. 1986 auf Initiative der Gesellschaft für

Leprakunde e.V. eröffnet, baute die junge Ausstellung auf einer Anzahl von leprageschichtlichen Objekten auf, die zuvor im Rahmen einer Sonderausstellung zum Thema „Pest und Lepra in Münster“ im Stadtmuseums Münster präsentiert worden waren.

Im Jahr 2013 wurde die über die Jahrzehnte auch in Bezug auf die räumlichen Möglichkeiten immer weiter gewachsene Ausstellung einer Neugestaltung unterzogen und dabei in ein modernes Gewand gekleidet. Dabei konnte die Gesellschaft für Leprakunde e.V. auf Fördergelder der NRW-Stiftung sowie des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) zurückgreifen, ohne die das Projekt wohl nicht hätte umgesetzt werden können.

Neben der Erstellung neuer Text-Bild-Tafeln erfuhren auch die Räumlichkeiten des Museums „einen neuen Anstrich“. Nicht nur die Wände wurden denkmalgerecht mit neuer Farbe versehen, sondern auch die hölzernen Türrahmen und der alte Dielenboden, der in Teilen der Museumsräume liegt, wurden durch eine pflegende Behandlung aufgewertet. Nicht zuletzt wurde ein auf die Ausstellung zugeschnittenes Beleuchtungssystem installiert und mehrere neue Vitrinen zur Präsentation der Objekte aufgestellt.

 

Inhaltlich bleibt die neue Ausstellung den traditionellen Themen des Lepramuseum weitgehend treu. Den Besucher erwartet ein Einblick in das Leben leprakranker Menschen in Europa während des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Darüber hinaus werden natürlich auch medizinische und biologische Gesichtspunkte der Lepra erläutert und künstlerische Darstellungen im Zusammenhang mit der Krankheit gezeigt. Nicht zuletzt hat auch die Leprahilfe und damit die auch heute noch bestehende Problematik dieses im europäischen Raum fast vergessenen Leidens ihren Platz in der Ausstellung. Mit DAHW und Nepra e.V. berichten zwei etablierte Hilfsorganisationen anschaulich über ihre wichtige Arbeit.

 

Die heutige Josefs-Kirche und das Lazarushäuschen in Kinderhaus
Die heutige Josefs-Kirche und das Lazarushäuschen in Kinderhaus

Am historischen Ort


Das Lepramuseum in Kinderhaus liegt nicht im Zentrum von Münster, sondern einige Kilometer vom Stadtkern und damit vom touristischen Leben entfernt. Dennoch ist wohl kaum ein anderer Ort besser als Standort des Lepramuseums geeignet als dieser. Schließlich befand sich genau hier während des Mittelalters und der Frühen Neuzeit das Leprahospital oder Leprosorium der Stadt Münster. Der Name „Kinderhus“, der von Beginn an für die Einrichtung gebraucht wurde, ging später auf den gesamten Stadtteil über.

 

Die Lage abseits der Stadt ist für ein Leprahospital kein Zufall. In ganz ein Europa gab es kaum eine Einrichtung dieser Art, die sich innerhalb der Stadtmauern befand. Damals unterhielt beinahe jede Stadt ein Leprahospital und viele dieser Anlagen wiesen auffällige Gemeinsamkeiten auf. Zu diesen Gemeinsamkeiten zählen zum Beispiel die Umgrenzung des Geländes, die unmittelbare Nähe zu einem Fließgewässer sowie einer Straße und das Vorhandensein einer Kapelle, in der die Leprakranken den Gottesdienst feiern konnten.

All diese typischen Merkmale lassen sich in Kinderhaus nachvollziehen – und das noch heute! So sind nicht nur Reste der ehemaligen Ummauerung erhalten – auch der Verlauf einer ehemals bedeutenden Handelsstraße, die zwischen Hospitalgelände und Kapelle (die heutige St. Josefs-Kirche) hindurchführte, ist nach wie vor ersichtlich und der Kinderbach fließt noch immer längs des Geländes. Daneben bieten die Außenanlagen rund um das Lepramuseum mit dem „Lazarushäuschen“ und einem Brunnen, dessen Ursprünge bis ins Mittelalter zurückreichen, weitere Anreize, um nicht nur die Museumsräume selbst, sondern ebenso das weitere Gelände des ehemaligen Leprahospitals zu erkunden.

Schließlich lohnt sich auch ein Besuch des benachbarten Heimatmuseums Kinderhaus.