Lepra und Medizin . . . . . . . . .

Einige Medikamente, die gegen Lepra verwendet werden
Einige Medikamente, die gegen Lepra verwendet werden

Die Lepra ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die durch das Mycobacterium leprae (kurz: M. leprae) hervorgerufen wird. Die Ansteckung erfolgt meist durch Tröpfcheninfektion über das Nasensekret Erkrankter. Dabei kommt es nur vergleichsweise selten tatsächlich zum Ausbruch der Krankheit. In den meisten Fällen verhindern die körpereigenen Abwehrkräfte der Infizierten das Voranschreiten der Krankheit noch bevor Symptome auftreten.

 Ob, aber auch in welcher Form sich eine Lepraerkrankung entwickelt, hängt also maßgeblich von der Beschaffenheit des Immunsystems ab.

Kommt es zum Ausbruch der Krankheit, manifestiert sie sich abhängig von der Menge der Bakterien im Körper des Erkrankten, auf unterschiedliche Art und Weise. Bei einem vergleichsweise geringen Bakterienbefall spricht man von tuberkuloider oder auch paucibazillärer Lepra, während bei extrem hoher Bakterienlast von lepromatöser oder multibazillärer Lepra die Rede ist. Sowohl die tuberkuloide/paucibazilläre als auch die lepromatöse/multibazilläre Lepra kommen nur extrem selten in Reinform vor. In der Regel treten Zwschenstufen auf, die als Borderline-Lepraformen zusammengefasst werden.

Die Lepra kann heute mithilfe einer Antibiotika-Therapie sehr erfolgreich behandelt werden. Dabei werden seit 1981 je nach Ausprägungsform der Lepra zwei oder drei unterschiedliche Wirkstoffe kombiniert ("Multi Drug Therapy", MDT). Der Grund für die Einführung dieser Kombinationstherapie war, dass M. leprae Resistenzen gegen das ursprünglich einzeln verabreichte Mittel Dapson entwickelte und die Therapie somit wirkungslos wurde. Mit der Kombinationstherapie kann diesem Problem weitgehend erfolgreich entgegengetreten werden. Darüber hinaus steht heute eine größere Zahl an wirksamen Medikamenten zur Verfügung, so dass ggf. auf andere Präparate zurückgegriffen werden kann.

  Nach Ridley/Jopling und WHO
Nach Ridley/Jopling und WHO

Die Lepraformen


Neben der tuberkuloiden/paucibazillären und der lepromatösen/multibazillären Lepra sowie den Borderline-Lepraformen tritt als Frühform die indeterminierte Lepra auf. Sie führt zu vereinzelt auftretenden Hautveränderungen, die jedoch in den meisten Fällen ohne Behandlung wieder abheilen. Geschieht das nicht, kann sich aus einer indeterminierten lepra eine der schwereren Lepraformen entwickeln.

Die tuberkuloide/paucibazilläre Lepra entsteht bei weitgehend intakter zellvermittelter Immunabwehr. Auch wenn sie häufig als die "schwächere" der Lepraformen bezeichnet wird, kann sie zu sehr schweren Symptomen führen. Befallen sind besonders Haut und Nervenfunktion. Die erkrankten Menschen leiden unter Gefühllosigkeit der betroffenen Bereiche sowie unter Lähmungen und Fehlstellungen der Gliedmaßen.

Die lepromatöse/multibazilläre Lepra kann neben der Haut, wo sie knotige, mit Bakterien gefüllte Schwellungen entstehen lässt, zahlreiche weitere Organe des Körpers befallen. Im fortgeschrittenen Stadium kann es sogar zur Zersetzung knöcherner und knorpeliger Strukturen kommen, die am Skelett sichtbar sind. Typisch für Lepraerkrankungen mit lepromatösem Schwerpunkt ist das sogenannte "Löwengesicht" (Facies leonina). Dieses Symptom ist gekennzeichnet durch verschwommene Gesichtszüge, die durch das Zusammenwachsen zahlreicher Geschwüre in den Gesichtern der Betroffenen entstehen. Einher gehen häufig der Ausfall von Wimpern, Augenbrauen und ggf. Barthaaren sowie das Einsinken der Nase, wenn es bereits zu einer Zersetzung der knöchernen Strukturen des Nasenskeletts gekommen ist.