Klapper 2001

 

 

Dokumentation

Mittelalterliche Leprosorien im heutigen Rheinland-Pfalz und Saarland

Einleitung

Der allen Kartenlieferungen zugrundeliegende einheitliche Maßstab ermöglicht es uns, mit der 5. Kartenlieferung gleich 2 Bundesländer zu behandeln: Rheinland-Pfalz und Saarland. Mit insgesamt 56 Nennungen (48 Rheinland-Pfalz, 8 Saarland) treffen wir bei diesem Ausschnitt nicht auf die größte Streubreite. Charakteristisch für den vorliegenden geographischen Raum ist die Häufung der Leprosorien an den großen Wasserstraßen: Rhein, Mosel, Naar, Saar, Blies, Glan, Alsens. Nehmen wir noch das Wegenetz der bedeutendsten mittelalterlichen Fernstraßen hinzu: Aachen-Trier-Saarbrücken-Straßburg; Frankfurt am Main-Mainz-Bingen-Bad Kreuznach-Trier; Metz-Saarbrücken-Kaiserslautern-Speyer, dann sind mit wenigen Ausnahmen die aufgezeigten Orte mit ihren Leprosenhäusern durch bedeutende Fluss- und Straßenläufe untereinander verbunden. Hier heben sich Trier (1283), Mainz (1261) und Speyer (1223) besonders hervor, auch aufgrund der frühen Belege ihrer Leprosenhäuser im 13. Jahrhundert. Als Besonderheit dieser Region sollte ebenso die Bezeichnung der Leprosenhäuser hervorgehoben werden. Am Mittelrhein und im Moselgebiet die Bezeichnung "Gutleutehaus" und in der westlichen Pfalz sowie im Saarland die Bezeichnung "Kotten" (hochmitteldeutsch kote = Kate oder Hütte).


Ordnen wir wieder die Ersterwähnungen der Häuser unseren Zeitschnitten nach Jahrhunderten zu, dann ergibt das folgende Übersicht:

13. Jahrhundert

  1. Speyer (1223)
  2. Mainz (1261)
  3. Koblenz (1267)
  4. Worms (1274)
  5. Mutterstadt (1275)
  6. Trier (1283)
  7. Oppenheim (1297)

14. Jahrhundert

  1. Remagen (1347)
  2. Kaiserslautern (1348)
  3. Saarbrücken (1348)
  4. Mayen (1355)
  5. Mühlheim-Kärlich (1399)
  6. Neustadt a. d. Weinstraße (14. Jh.)
  7. Bad Bergzabern (14. Jh.)

15. Jahrhundert

  1. Hornbach (1434)
  2. Homburg (1437)
  3. Saarbrücken - St. Johann (1442)
  4. Bad Dürkheim (1450)
  5. Blieskastel (1469)
  6. Landau (1473)
  7. Bad Kreuznach (1487)
  8. Diez (1494)

16. Jahrhundert

  1. Landstuhl (1501)
  2. Andernach (1502)
  3. St. Wendel (1505)
  4. Fremersdorf (1507)
  5. Westerburg (1518)
  6. Kusel (1538)
  7. Niederheimbach (1553)
  8. Zweibrücken (1564)
  9. Cochem (1576)
  10. Lauterecken (1598)
  11. Altenahr (vor 1600)

17. Jahrhundert

  1. Annweiler (vor 1611)
  2. Ramstein (1600)

Undatiert

Alsenz

Alzey

Bacharach

Bingen

Boppard

Germersheim

Güls

Hilbringen

Kandel

Kirn

Linz

Neuerburg

Ottweiler

Rheindiebach

Rheinzabern

Schaidt

St. Goar

Simmern

Sinzig

Sobernheim

Wittlich

 

 

Die häufigsten Patrozinien sind

 

 

Georg

Bingen

Mainz

Saarbrücken

 

 

Nikolaus

Speyer

Mühlheim-Kärlich

 

 

Jost

Trier

 

 

Johannes d. Täufer

Landau

 

 

Laurentius

Landau

 

 

Alexis

Koblenz

 

 

Liebfrauen

Kirn

 

 

St. Jakob

Bad Kreuznach

 

 

Johann Evangelist

Landau

 

 

Jürgen Belker-van den Heuvel, Münster

 

Details der Leprosorien in Rheinland-Pfalz und Saarland

 

Übersichtskarte der Leprosorien in Rheinland-Pfalz und Saarland

 

 

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