Klapper 1998

 

 

Dokumentation

Leprosorien in Brandenburg und Berlin

Einleitung

Mit der neunten Lieferung legen wir Brandenburg und Berlin in einer Kartenlieferung vor und behandeln somit innerhalb unserer Gesamtlieferung das zweite ostdeutsche Bundesland und die neue Bundeshauptstadt gemeinsam.

 

Brandenburg und Berlin

Die Verbreitungskarte zeigt eine relativ gleichmäßige Streuung der nachgewiesenen Leprosenhäuser, die im südlichen Raum allmählich nachläßt. Dabei heben sich die Achsen Perleberg, Pritzwalk, Wittstock, Lychen, Boizenburg, Prenzlau sowie Kyritz, Neuruppin, Gransee, Angermünde und Brandenburg, Potsdam, Berlin, Frankfurt a.d.O. deutlich ab, und findet in der Achse Belzig, Treuenbrietzen, Jüterbog, Luckau, Cottbus im Süden ihren Abschluß.

 

Dadurch werden exemplarisch ein weiteres Mal die Zusammenhänge zwischen Fernhandelsstraßen, Städtegründungen, zunehmende Mobilität (hier vor allem im Zuge der Ostkolonialisierung) und der Verbreitung von ansteckenden Krankheiten deutlich.

 

Die insgesamt 35 nachgewiesenen Leprosenhäuser im Überblick:

 

Der Überblick nach Jahrhunderten:

 

13. Jahrhundert

Berlin (1272)

 

14. Jahrhundert

Beeskow (1375)

Belzig (nach 1383)

Bernau (1328/1339)

Boizenburg (1301)

Cottbus (14. Jh.)

Eberswalde (1359)

Frankfurt a.d.O. (1312)

Gransee (Anfang 14. Jh.)

Jüterbog (1350)

Mittenwalde (vor 1394)

Neuruppin (1362)

Perleberg (1316)

Prenzlau (1325)

Pritzwalk (1300)

Strausberg (14. Jh.)

Wittstock (1364)

 

15. Jahrhundert

Luckenwalde (vor 1471)

Lychen (15. Jh.)

Potsdam (1486)

Putlitz (1492)

Spremberg (15. Jh.)

Templin (vor 1492)

Treuenbrietzen (1416)

 

16. Jahrhundert

Friesack (1541)

Brandenburg (vor 1560)

Müncheberg (1574)

Rathenow (vor 1591)

undatiert

Altlandsberg

Angermünde Calau

Gartz a.O.

Kyritz

Luckau

Nauen

Schönfließ

 

Die Kontinuität einzelner Leprosenhäuser zeigt sich dadurch, daß einige Häuser als Armenhäuser oder Krankenhäuser weiterexistiert haben (zum Beispiel Berlin (19. Jh.), Müncheberg (18. Jh.), Prenzlau (19. Jh.). Andere wurden im Dreißigjährigen Krieg zerstört (Altlandsberg, Angermünde, Strausberg). Das Leprosorium von Boizenburg war für zwölf Kranke „Arme“ ausgestattet.

 

Als Patrozinien sind überliefert:

25 Leprosenhäuser mit dem Patrozinium St. Georg/St. Jürgen: Berlin, Altlandsberg, Angermünde, Bernau, Boizenburg, Eberswalde, Frankfurt a.d.O., Friesack, Gartz a.O., Gransee, Kyritz, Lüchen, Mittenwalde, Müncheberg, Nauen, Neuruppin, Perleberg, Prenzlau, Pritzwalk, Putzlitz, Schönfließ, Spremberg, Strausberg, Templin, Wittstock.

 

Sechs Leprosenhäuser mit dem Patrozinium der heiligen Gertrud: Belzig, Brandenburg, Jüterbog, Potsdam, Rathenow, Treuenbrietzen.

 

Ein Leprosenhaus mit dem Patrozinium des heiligen Nikolaus: Beeskow.

 

Ein Leprosenhaus mit dem Patrozinium der heiligen Katharina: Calau.

 

 

J. Belker, Münster

 

Übersichtskarte der Leprosorien in Brandenburg und Berlin als pdf zum Download:

 

Details der mittelalterlichen Leprosorien in Brandenburg und Berlin

 

 

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Bezug der Klapper:

 Druckexemplare der einzelnen Klapper-Ausgaben können, gern gegen eine freiwillige Spende, über die Gesellschaft für Leprakunde e.V. bezogen werden.

 

Bestellungen bitte an:

 

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