Dokumentation:

Mittelalterliche Leprosorien im heutigen Rheinland-Pfalz und Saarland . . . . . . . . .

Einleitung

Der allen Kartenlieferungen zugrundeliegende einheitliche Maßstab ermöglicht es uns, mit der 5. Kartenlieferung gleich 2 Bundesländer zu behandeln: Rheinland-Pfalz und Saarland. Mit insgesamt 56 Nennungen (48 Rheinland-Pfalz, 8 Saarland) treffen wir bei diesem Ausschnitt nicht auf die größte Streubreite. Charakteristisch für den vorliegenden geographischen Raum ist die Häufung der Leprosorien an den großen Wasserstraßen: Rhein, Mosel, Naar, Saar, Blies, Glan, Alsens. Nehmen wir noch das Wegenetz der bedeutendsten mittelalterlichen Fernstraßen hinzu: Aachen-Trier-Saarbrücken-Straßburg; Frankfurt am Main-Mainz-Bingen-Bad Kreuznach-Trier; Metz-Saarbrücken-Kaiserslautern-Speyer, dann sind mit wenigen Ausnahmen die aufgezeigten Orte mit ihren Leprosenhäusern durch bedeutende Fluss- und Straßenläufe untereinander verbunden. Hier heben sich Trier (1283), Mainz (1261) und Speyer (1223) besonders hervor, auch aufgrund der frühen Belege ihrer Leprosenhäuser im 13. Jahrhundert. Als Besonderheit dieser Region sollte ebenso die Bezeichnung der Leprosenhäuser hervorgehoben werden. Am Mittelrhein und im Moselgebiet die Bezeichnung "Gutleutehaus" und in der westlichen Pfalz sowie im Saarland die Bezeichnung "Kotten" (hochmitteldeutsch kote = Kate oder Hütte).

Ordnen wir wieder die Ersterwähnungen der Häuser unseren Zeitschnitten nach Jahrhunderten zu, dann ergibt das folgende Übersicht:

13. Jahrhundert
1. Speyer (1223)
2. Mainz (1261)
3. Koblenz (1267)
4. Worms (1274)
5. Mutterstadt (1275)
6. Trier (1283)
7. Oppenheim (1297)

14. Jahrhundert
1. Remagen (1347)
2. Kaiserslautern (1348)
2. Saarbrücken (1348)
3. Mayen (1355)
4. Mühlheim-Kärlich (1399)
5. Neustadt a. d. Weinstraße (14. Jh.)
6. Bad Bergzabern (14. Jh.)

15. Jahrhundert
1. Hornbach (1434)
2. Homburg (1437)
3. Saarbrücken - St. Johann (1442)
4. Bad Dürkheim (1450)
5. Blieskastel (1469)
6. Landau (1473)
7. Bad Kreuznach (1487)
8. Diez (1494)

16. Jahrhundert
1. Landstuhl (1501)
2. Andernach (1502)
3. St. Wendel (1505)
4. Fremersdorf (1507)
5. Westerburg (1518)
6. Kusel (1538)
7. Niederheimbach (1553)
8. Zweibrücken (1564)
9. Cochem (1576)
10. Lauterecken (1598)
11. Altenahr (vor 1600)

17. Jahrhundert
1. Annweiler (vor 1611)
2. Ramstein (1600)

Undatiert
Alsenz
Alzey
Bacharach
Bingen
Boppard
Germersheim
Güls
Hilbringen
Kandel
Kirn
Linz
Neuerburg
Ottweiler
Rheindiebach
Rheinzabern
Schaidt
St. Goar
Simmern
Sinzig
Sobernheim
Wittlich

Die häufigsten Patrozinien sind

Georg
Bingen
Mainz
Saarbrücken

Nikolaus
Speyer
Mühlheim-Kärlich

Jost
Trier

Johannes d. Täufer
Landau

Laurentius
Landau

Alexis
Koblenz

Liebfrauen
Kirn

St. Jakob
Bad Kreuznach

Johann Evangelist
Landau

Jürgen Belker-van den Heuvel, Münster

Details der Leprosorien in Rheinland-Pfalz und Saarland

Übersichtskarte der Leprosorien in Rheinland-Pfalz und Saarland

Inhaltsverzeichnis Klapper 2001

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