Die Klapper 1999 . . . . . . . . .

Dr. Hans Richard Winz gestorben

Am 10. September 1999 ist unser Gründungsmitglied Dr. Hans Richard Winz nach kurzer Krankheit verstorben. Herr Dr. Winz nahm seine ehrenamtliche Tätigkeit noch als Chefarzt der Urologie am Herz-Jesu-Krankenhaus in Münster-Hiltrup auf und wurde in der Gründungsversammlung der Gesellschaft für Leprakunde am 22. Februar 1984 zum zweiten Vorsitzenden gewählt. Zusätzlich übernahm er das Tutorium für das entstehende Lepramuseum in Kinderhaus. Er hat diese Tätigkeiten bis zu seinem Tode ausgeübt. In seiner unnachahmlich engagierten Art hat Dr. Winz das Lepramuseum als Tutor über die Grenzen Münsters hinaus bekannt gemacht, so dass das Museum nicht nur von deutschen Mitbürgern, sondern auch von vielen Interessenten aus dem Ausland aufgesucht wird. Er wird nicht nur vielen Museumsbesuchern durch seine unverwechselbaren Führungen in Erinnerung bleiben, sondern auch denjenigen, die als Kustoden ehrenamtlich Sonntag für Sonntag das Museum offen halten. Er hat sie angeworben, in ihr Amt eingeführt und weiter ausgebildet. Darüber hinaus hat Dr. Winz Kontakte zu Wissenschaftlern des In- und Auslandes hergestellt und auf diesem Wege dem Museum zu seltenen Ausstellungsstücken verholfen. In unserer Zeitschrift „Die Klapper“, die jetzt in 7. Folge erscheint, hat er viele wissenschaftliche Artikel über die Lepra geschrieben. Bei seinen urologischen Fachkollegen hat Dr. Winz durch Vorträge im In- und Ausland leprabedingte Veränderungen bekannt gemacht. Das im Lepramuseum gezeigte Schaubild „Lepraeinschleppungen nach Deutschland“ geht auf eine 1992 erschienene Arbeit von Dr. Winz zurück. Für die Dokumentationsstelle der Gesellschaft für Leprakunde hat Dr. Winz viele wissenschaftliche Arbeiten und Fachbücher über Lepra in Antiquariaten ermittelt, gekauft und gespendet. Die Gesellschaft für Leprakunde verliert in Dr. Winz nicht nur einen unerschütterlich treuen Förderer, sondern auch ein Vorstandsmitglied, das durch seine Kompetenz, seinen selbstlosen Einsatz und seinen rheinischen Humor die Entwicklung des Museums vorangebracht hat. Nicht zu vergessen ist seine Frau, die ihn unterstützte und in den letzten Jahren häufig zu „seinem“ Museum fuhr. Aus seiner großen Familie und von seinen Verwandten erfuhr die Gesellschaft für Leprakunde in großzügiger Weise Unterstützung, für die auch an dieser Stelle gedankt sei. Die Gesellschaft für Leprakunde ist Dr. Winz dankbar für die Prägung, die er ihr hinterließ; das Lepramuseum und die Dokumentationsstelle unserer Gesellschaft werden seine engagierte Arbeit noch lange wiederspiegeln.

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