Die Klapper 2001 . . . . . . . . .

Das Lazarushäuschen in Münster-Kinderhaus

Eine Besonderheit der Leprosenanlage in Münster-Kinderhaus stellt das Lazarushäuschen mit dem Armenpost an der Durchgangsstraße von Münster nach Friesland dar. Ähnliches ist bisher bei keinem anderen Leprosorium bekannt geworden. Die Gesellschaft für Leprakunde hat daher den Kunsthistoriker und Fotografen Dr. Roland Pieper gebeten, das Lazarushäuschen zu untersuchen und in Form eines kleinen kunsthistorischen Führers abzuhandeln.

Das Steinhäuschen mit der Grundfläche von 3 x 3 Meter und einem hölzernen Dach mit 4,45 Meter Firsthöhe überdachte einen hölzernen Spendenkasten, der bereits 1586 erwähnt wird.

1618 wurde das Lazarushäuschen umgebaut und dürfte die jetzt sichtbare Innenausstattung erhalten haben. Möglicherweise wurden Teile der für den Kinderhauser Rektor Melchior van Oeseden geschaffenen Gedenktafel, die zunächst in der Gertrudenkapelle aufgehängt werden sollte, in dem Lazarushäuschen aufgestellt.

Noch geklärt werden muss, wer die Sandsteinfiguren der hl. Gertrud von Nivelles und des Lazarus geschaffen hat und wann sie aufgestellt wurden.

Dass es sich bei dem Armenpost um eine Einrichtung zum Spendensammeln handelte und dass diese Tradition bis zum heutigen Tage fortgesetzt wird, ist im Text ausführlich dargelegt. Der hölzerne Block zur Aufnahme von Spenden ist durch einen in die Mauer eingelassenen Kasten mit Metalltüre ersetzt worden.

Der kunsthistorische Führer kann bei der Gesellschaft für Leprakunde, Albrecht-Thaer-Straße 14, 48145 Münster zum Preis von 3 EUR zuzüglich Versandspesen bestellt werden. Ivo Just, Münster

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