Die Klapper 2000 . . . . . . . . .

Ausflug der Kustoden

Wie alljährlich hatte auch in diesem Jahr die Gesellschaft für Leprakunde zu einem gemeinsamen Ausflug eingeladen. Es sollte ein kleines Dankeschön sein für die freiwilligen Dienste im Rahmen der Museumsbetreuung. Gleichzeitig bietet eine solche Reise Gelegenheit, sich näher kennenzulernen und gedanklich auszutauschen.
Wieder hatte sich der Vorstand auch für dieses Jahr etwas besonderes ausgedacht. Wir trafen uns am 23. Mai um 14 Uhr auf dem Parkplatz vor dem Lepramuseum in Münster-Kinderhaus. Das Wetter war wider Erwarten gut.
Mit drei PKWs machten wir uns auf zu einer gemütlichen Fahrt durch die wunderschöne Parklandschaft in Richtung Paderborn. Der Autopilot wollte uns zwar immer wieder auf die schnellere Autobahn verweisen, aber das wollten wir nicht.
Pünktlich um 15.45 Uhr erreichten wir unser erstes Ziel: das Nixdorfmuseum in Paderborn.
Wir wurden von einer freundlichen jungen Dame begrüßt, die uns dann sehr sachkundig durch das Museum führte.
Das Museum beherbergt unter einem Dach die ganze Welt, die Geschichte und die Entwicklung der Informationstechnik. Sie beginnt mit der Entstehung von Schrift und Zahl und präsentiert anschaulich die fünftausendjährige Geschichte der Informationstechnik bis in die Gegenwart. Sie zeigt uns die zuweilen abenteuerlichen Wege, die die Geschichte dabei ging und wie Personen und Ideen, Soziales, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft diese Wege beeinflussen. Sie zeigt uns weiter, wie heute der Computer das Leben der Menschen prägt und verändert.
All dieses sind die vielseitigen Facetten der Ausstellung.
So machten wir unter kundiger Führung nun eine spannende Zeitreise durch die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Informationstechnik.
Wir stiegen ein bei den Anfängen vor 5.000 Jahren. Wir sahen jahrtausendalte Tontäfelchen mit ihren Hieroglyphen und fühlten uns dabei staunend in ein Büro vergangener Jahrtausende versetzt und erfuhren, wie die Babylonier vor 3.600 Jahren die landwirtschaftlichen Erträge einer ganzen Provinz registrierten und verwalteten. Wir sahen, wie sich im Laufe der Jahrhunderte die Informationstechnik unabhängig voneinander als Kulturtechnik des Schreibens, Rechnens und Zeichnens entwickelt hat.
In einer Galerie der Pioniere lernten wir die vielen Persönlichkeiten, Wissenschaftler, Forscher und auch die kleinen Bastler kennen, die als Wegbereiter die abenteuerlichsten Geräte ausgedacht und konstruiert haben.
In über 1.000 Exponaten, in deren Umgebung sich erläuternde Bild- und Texttafeln und Bildschirme befanden, konnten wir die Entwicklung verfolgen.
Wer wollte, konnte die Arbeitsweise unterschiedlicher Geräte mit Hilfe der beigefügten Erklärungen ausprobieren. Man konnte unter anderem einen Abakus bedienen oder eine Telefonvermittlung in Gang setzen. Die Älteren unter uns fühlten sich entzückt in ihre Kindheit versetzt beim Anblick der ersten Radio-Kristalldetektoren, der uralten Schreib- und Rechenmaschinen, der ersten Telefone usw.
Andere von uns interessierten sich mehr für das Innenleben eines Computers. Sie erfuhren Wisenswertes über die Ursprünge der Computertechnik im Allgemeinen und wie das Internet funktioniert.
In einer anschließenden Diskussion wurden aktuelle Fragen aus den Bereichen der neuen elektronischen Medien und ihre Bedeutung für Schule, Bildung, Kultur und Wirtschaft berührt.
Zum Schluss besuchten wir ein elektronisches Klassenzimmer und erlebten den Einsatz der neuen elektronischen Medien und ihren didaktischen Stellenwert beim Einsatz in der Schule.


Nach der offiziellen Führung war Gelegenheit, sich noch einmal Dinge, die einen besonders interessierten, anzusehen, oder sich bei einer Tasse Kaffee zu laben.
Nach dieser erholsamen Pause ging die Reise weiter zu unserem zweiten Ausflugsziel: Kloster Dalheim.
Den Besucher, der sich von Paderborn in südöstlicher Richtung durch das Altenatal oder von der Höhe des Sintfeldes dem ca. 20 km von Paderborn entfernt gelegenen Kloster Dalheim nähert, erwartet ein überraschender Anblick. Es stellt sich ein Kloster des
Mittelalters vor: Abseits in einem Wald und Wiesental gelegen, umgeben von einer Mauer, große Wirtschaftsgebäude um einen großen Hof, in dem die Kirche und das eigentliche Kloster das Zentrum bilden.
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe hat im Jahre 1979 die Klosteranlagen erworben. Als eine der wenigen Klosteranlagen im norddeutschen Raum vermag Dalheim in seiner heute noch geschlossenen Einheit die historische Blütezeit eines mittelalterlichen Klosters zu dokumentieren.
Die Säkularisation mit der Aufhebung der Klöster und Stifte hatte auch für das Kloster Dalheim weitreichende Folgen. Durch die Nutzung als landwirtschaftliche Domäne erlitt die historische Substanz schwerste Schäden. Langjährigen Bemühungen des Amtes für Denkmalpflege ist es zu verdanken, dass die Gebäudesubstanz im wesentlichen gerettet wurde.
Die Restaurierungsarbeiten im Koster haben die Öffentlichkeit neugierig gemacht. Etwa 30.000 Besucher werden jährlich gezählt.
So war es kein Wunder, dass Herr Dr. Just seinem bekannten historischen Spürsinn folgend Kloster Dalheim zum Ziel unseres diesjährigen Kustodenausflugs gemacht hatte.
Mit großem Interesse besichtigten wir die Klosteranlagen. Danach stärkten wir uns in der Klosterschänke bei einem gemeinsamen Abendessen und ließen den schönen Tag in froher Runde ausklingen.
Für die Heimfahrt benutzten wir diesmal gehorsam dem Autopiloten folgend die Autobahn.
So ging unser schöner erlebnisreicher Kustodenausflug zu Ende.
Wir danken allen, die am Gelingen beteiligt waren und freuen uns schon heute auf den Kustodenausflug 2001.
Besonderen Dank möchten wir darum Herrn Dr. Just sagen. Wir sind überzeugt, dass er sich für das nächste Jahr auch wieder etwas Besonderes ausdenkt.

Aenstoots, Münster


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